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Augenprobleme ab 45 korrigieren
Gastartikel von Andreas Gessler

Wenn der Arm beim Lesen nicht mehr ausreicht, um z. B. die Zeitung weit genug weg zu halten, spätestens dann ist es Zeit für eine Sehhilfe. Etwa ab dem 45. Lebensjahr ereilt die meisten die Alterssichtigkeit. Ursache dafür ist die nachlassende Flexibilität der Linse. Diese kann sich nicht mehr ohne Weiteres auf die unterschiedlichen Entfernungen anpassen. Die Folge ist unscharfes Sehen in die Ferne. Der Augenarzt bezeichnet die Alterssichtigkeit als Presbyopie. Es handelt sich dabei um keine Krankheit, sondern einen Verlust der Funktionalität.

Bei kurzsichtigen Personen kann ein Auge mit einer Augenlaser-Behandlung korrigiert werden, das andere jedoch bleibt kurzsichtig. So ist es immerhin möglich, dass der Betroffene auf die kurze und die lange Distanz gut sieht. Bisher wurde auch der Einsatz multifokaler Linsen in die Augen durchgeführt. Dank verschiedener Brennpunkte wird dadurch die fehlende Flexibilität der Augenlinsen ausgeglichen.

Die Conduktive Keratoplastik (CK)

Ein noch vergleichsweise neues Behandlungsverfahren ist die Conduktive Keratoplastik. Sie kann helfen, die fehlende Nahsicht zurückzuerlangen und nach der Behandlung so gut zu sehen, wie noch zehn Jahre vorher. Die in den USA entwickelte Methode gibt es bereits seit 1996. Im Jahr 2002 wurde die Conduktive Keratoplastik von der amerikanischen Aufsichtsbehörde zugelassen und erlangte dadurch die internationale wissenschaftliche Anerkennung. Inzwischen wird sie in den Staaten am häufigsten gegen die Alterssichtigkeit eingesetzt. Die Methode gilt als so zuverlässig, dass sogar die Weitsichtigkeit von Jet-Piloten der amerikanischen Luftwaffe mithilfe der Keratoplastik behandelt wird.

Wie funktioniert die Conduktive Keratoplastik?

Zuerst wird mit einer Markierung auf der Hornhautoberfläche die Mitte der Pupille eingezeichnet. Dadurch wird gekennzeichnet, welche Stellen der Hornhaut behandelt werden. Bei der Voruntersuchung wird die notwendige Stärke berechnet. Diese ist ausschlaggebend dafür, wo Punkte gesetzt werden und wie viele es sein müssen.

Bei der CK werden hochfrequente Wellen erzeugt. Diese werden mittels einer dünnen Sonde ins Innere der Hornhaut eingebracht. Diese Einleitung dauert nur wenige Millisekunden. Dabei müssen keinerlei Schmerzen befürchtet werden. Alle genannten Verfahren sind darauf ausgelegt, dass der Betroffene auf seine Sehhilfe, in dem Fall die Lesebrille, verzichten kann.